Projekt „Baby und was nun?“

Projekt „Baby und was nun?“, ein Projekt der AWO-Familienberatungsstelle

An der Regelschule Seebach fand neben den üblichen Ferienaktivitäten in den Winterferien diesmal noch ein weiteres Projekt statt: „Baby und was nun?“, ein Projekt der AWO-Familienberatungsstelle.

Hierbei handelt es sich um ein Präventionsprojekt rund um das Thema Schwangerschaft, Familiengründung und Zukunftspläne, bei dem die Teilnehmerinnen mehrere Tage lang eine computergesteuerte, lebensechte Babypuppe versorgen müssen. Diese äußert einem echten Baby gleich Bedürfnisse, wie Hunger, Durst und Windeln wechseln.

Sechs Schülerinnen der Regelschule Seebach im Alter von dreizehn bis siebzehn Jahren nahmen im Zeitraum vom 05.02. bis 08.02. an diesem Projekt teil. Nach einem spannenden Workshop am Montagvormittag, welcher in der Beratungsstelle der AWO-Familienberatungsstelle in Eisenach stattfand, nahmen jeweils zwei Mädchen eine Puppe bei sich auf. Die erste Nacht mit „Baby“ verlief dann für die drei Paare jeweils unterschiedlich. Während die einen fast gänzlich durchschlafen konnten und die zweiten nur zweimal aufstehen mussten, gab es beim dritten Pärchen ganze sechs Mal nächtlichen Babyalarm. Entsprechend unterschiedlich gelaunt begingen die Mädchen den nächsten Workshop am darauffolgenden Tag.

Während der Workshops am Vormittag waren die Puppen stets im „Tagesmutter-Modus“, zu der Zeit müssen sie also nicht versorgt werden. Am Mittwoch jedoch stand kein Treffen mit den Mitarbeiterinnen der AWO auf dem Plan, sodass die Schülerinnen sich nun also fast vierundzwanzig Stunden am Stück um „ihr Baby“ kümmern mussten. In der zweiten und dritten Nacht wurde es dann auch für die anderen beiden Teams stressig. Bis zu neunmal wollten ihre Puppen des Nachts umsorgt werden. In der Abschlussrunde am Donnerstagvormittag wurde den Mädchen ihre Auswertungen mitgeteilt.Alle Teams erreichten bei der Versorgung der Babypuppe eine Quote von über 90%, erbrachten also sehr gute Leistungen.

Die Schülerinnen berichteten hinterher in der Schule von ihren Erfahrungen: „Es waren anstrengende Tage und schlaflose Nächte, beim Einkaufen musste man auf neugierige Blicke und Fragen gefasst sein und viel Zeit für andere Freizeitaktivitäten blieb nebenher auch nicht.“ Eben ganz so wie mit einem echten Baby. Daher zogen sie einstimmig das Fazit, dass es keine gute Idee wäre, bereits während der Schulzeit mit der Kinderplanung zu beginnen. Dennoch würden sie den Nachfolgenden 8.-, 9.- und 10.-Klässlern empfehlen, sich ebenfalls einmal auf diese Erfahrung einzulassen und an diesem Projekt teilzunehmen.

 

J.Seidel

Sozialpädagogin